Mantras für die Meditation – Teil 1

Mantras für die Meditation – Teil 1

Mantra Yoga ist eine exakte Wissenschaft. “Mananat trayate iti mantrah – ein Mantra ist das, wodurch man, bei ständigem Wiederholen und sich daran Erinnern, vom Rad der Geburt und des Todes erlöst wird.” Ein Mantra heißt so, weil es sich durch einen geistigen Prozess entfaltet. Die Wurzel “man” im Wort Mantra kommt von der ersten Silbe des Sanskritwortes für “denken” und “tra” ist abgeleitet von “trai”, “schützen” oder “befreien” von den Bindungen des Samsara und der Welt der Erscheinungen. Durch die Kombination von “man” (daran denken, sich daran erinnern) und “tra” (führen) entsteht Mantra, eine mächtige Klangschwingung, die die Erfüllung der vier Hauptbestrebungen des Menschen (Chaturvarga), nämlich Dharma, Artha, Kama und Moksha mit sich bringt.   (von Swami Sivananda, Japa Yoga) 

Was ist ein Mantra?

Ein Mantra ist eine mystische Energie, die in eine Klangstruktur eingeschlossen ist. Durch Konzentration und die Wiederholung eines gegebenen Mantras wird seine Energie gelöst und nimmt Form an (Mantra – Wiederspiegelung des Bewusstseins des Sehers/Rishis s.u.).

Jedes Mantra wird aus einer Kombination von Klängen aufgebaut, die aus den fünfzig Buchstaben des Sanskritalphabets bestehen. Durch die Kombination der Klänge werden Schwingungen erzeugt, die, systematisch angewandt, Berge versetzen können (Beispiel: Bau der ägyptischen Pyramiden).

Resonanzgesetz: wenn Schwingung auf Objekt gleicher Resonanzfrequenz trifft, beginnt sich das Objekt zu bewegen. Der Mensch ist ein Resonanzkörper (physisch und astral), Mantras bringen deb physischen Körper und die Chakren (die 50 Buchstaben des Sanskritalphabets sind den Chakren zugeordnet) zum Schwingen.

Japa oder Mantra Yoga ist die Übung, durch welche die Kraft eines Mantras für bestimmte Zwecke angewandt wird (Siddhi oder Moksha Mantras). Wahl des Mantrags erfolgt nach Eigenschaften und Zielen des jeweiligen Aspiranten.

Bei vielen Mantras ist der Klang wichtig, nicht die Bedeutung (z.B. Bija-Mantras). Mantras können nicht übersetzt werden, sie sind dann kraftlos.    Klänge haben eine bestimmte und voraussagbare Wirkung auf Körper und Psyche (z.B. klassische Musik vs. Rockmusik).

Auf subtiler Ebene werden verschiedene Mantras für verschiedene Zwecke verwendet, z.B. wenden sie den Geist zur Konzentration auf das Höchste und befreien die spirituelle Energie in den Chakras. Es gibt verschiedene Arten von Mantras:

Bija-Mantras (Samen-Mantras):

  • haben keine eigentliche Bedeutung
  • wirken direkt auf die Nadis und Chakras, lösen Blockierungen und ermöglichen den freien Fluss der Kundalini-Energie
  • Praxis mit Bija-Mantras nur für fortgeschrittene Aspiranten – nicht als erstes Mantra geeignet

Nirguna-Mantras (abstrakt):

  • haben eine Bedeutung und können übersetzt werden
  • erzeugen ebenfalls machtvolle Schwingungen im Körper
  • weisen in ihrem Wortlaut auf die Vereinigung mit dem nicht offenbarten reinen Bewusstsein hin

Saguna-Mantras (mit Aspekten):

  • Mantras mit göttlichen Eigenschaften
  • vergegenwärtigen einen göttlichen Aspekt mit seinen Attributen durch die Wiederholung des Klangs

Mehr zu Mantras erfahrt Ihr in einem der nächsten Blogbeiträge

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